Schulter


Schulter

Sportverletzungen

Das Schultergelenk zeichnet sich durch einen sehr hohen Bewegungsumfang aus. Bei sportlichen Aktivitäten (z.B. Handball, Speerwerfen, Basketball, Rudern, Eishockey) können wichtige stabilisierenden Strukturen verletzt werden, sodass eine Schulter-Instabilität auftreten kann. Nicht selten kugelt der Schulterkopf aus. Bei jungen Sportlern und Patienten empfiehlt sich auf Grund der hohen Rezidiv-Wahrscheinlichkeit eine operative Stabilisierung, welche eine Rückkehr zum Sport erleichtert. 

Zusätzlich können die Rotatorenmanschette, Schulterbänder, Knorpel, Gelenkslippe, Bicepsanker (SLAP) und der Knochen (Hill-Sachs) in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine individuelle Diagnostik hilft, die richtige Therapiewahl treffen zu können. Dies reicht von einfacher Schonung, physiotherapeutisch begleiteten Muskelaufbau, Schmerztherapie, Infiltrationstherapie bis zur operativen Therapie. 

Eine weitere häufige Sportverletzung ist die sogenannte AC-Gelenksluxation (AC-Luxation), was einer Instabilität im Gelenk zwischen Schultergürtel und Schlüsselbein (Clavicula) entspricht. Je nach Verletzungsgrad, Begleitverletzungen, Instabilitätsgefühlen und chronischen Schmerzen kann die Spontanheilung abgewartet werden oder muss eine operative Stabilisation vorgenommen werden.

 

Impingement

Nach einer Überanstrengung, ungünstigen anatomischen Verhältnissen und/oder bei asymmetrischem Muskelaufbau kann es zur Schleimbeutelentzündung und zum «dumpfen» Schulterklemmen kommen. Zeitweise kann der Arm plötzlich nicht mehr schmerzfrei angehoben werden. Ein sogenanntes Schulterimpingement liegt vor, wenn eine Entzündung im oder um das Schultergelenk vorliegt, ein Schleimbeutel anschwillt und durch enge anatomische Verhältnisse Schmerzen verursachen kann. In einer Schulteruntersuchung kann dies diagnostiziert werden und entsprechende Therapien eingeleitet werden. Nur selten ist eine chirurgische Dekompression notwendig.

 

Sehnenspringen

Der Bicepsmuskel hat hat zwei Ursprünge, wovon einer mittels langer Sehne in einem Kanal ins Schultergelenk führt und am Pfannenrand ansetzt. Die Tunnel-Führung im Oberarmknochen ist durch ein kompliziertes Bandsystem gesichert, damit die Sehne während der Schulterbewegung nicht aus dem Kanal rutscht. Ist dieses sogenannte Pully-System verletzt, kann die lange Bicepssehne hin- und herspringen, was typische Schmerzen verursachen kann. Meistens ist eine operative Stabilisierung notwendig.

 

Rotatorenmanschetten-Läsionen

Unter Rotatorenmanschette wird ein Sehnen-Verbund rund um den Schulterkopf verstanden. Diese Manschette optimiert und stabilisiert in allen Positionen zusammen mit den Schulterbändern die Schulterkopfstellung in der Pfanne und ist verantwortlich, dass die Schulter überhaupt einwandfrei bewegt werden kann. Bei Unfällen können diese Muskelansätze (Sehnen) reissen, sodass die Kraftübertragung eingeschränkt ist und Schmerzen, Bewegungsausfälle oder Instabilitäten resultieren können. Eine operative Reparatur (Rotatorenmanschetten-Operation) kann die Kraftübertragung wieder herstellen und die Schmerzen therapieren. Andererseits können gealterte Sehnen auch auf Grund eines Verschleisses spontan reissen. In diesen Situationen müssen mehrere Zusatzfaktoren berücksichtigt werden, um einen optimalen Behandlungsplan aufstellen zu können.

 

Arthrose

Wie in allen Gelenken können im Schultergelenk und AC-Gelenk ebenfalls Verschleissspuren des Knorpels auftreten, sprich es kann sich eine Arthrose entwickeln. Es ist eine nicht heilbare Erkrankung, die Symptome (Schmerzen, Bewegungseinschränkung) können einerseits durch Medikamente und Physiotherapie reduziert werden, sollte die Arthrose jedoch zu weit fortgeschritten sein ist alleinig mittels künstlichem Schultergelenk eine deutliche Verbesserung mit hoher Patientenzufriedenheit zu erzielen. Je nach Zustand der Rotarorenmanschette und der Schultermuskulatur kann eine anatomische oder eine sogenannt «inverse» Schulterprothese gewählt werden.

 

Rheumatoide Arthritis

Eine schwere rheumatoide Arthritis kann im Schultergelenk nebst dem Gelenk selber sämtliche Sehnenansätze und Bänder destruieren, so dass das Schultergelenk kaum mehr im Alltag eingesetzt werden kann. Es können massive Schmerzen auftreten. Eine Versorgung mittels inverser ist in fortgeschrittenen Fällen kaum zu umgehen.

 

Frakturen

Oberarmbrüche (Humerusfrakturen) sind häufige Knochenbrüche bei Stürzen in der zweiten Lebenshälfte. Bei jungen Sportlern treten diese Frakturen deutlich weniger häufig auf, dann oft bei einem Rasanztrauma. Je nach Ausmass des Knochenbruches (einfache Fraktur, Gelenktrümmerbruch) wird eine konservative Therapie (Ruhigstellung), eine Osteosynthese oder eine Versorgung mittels Frakturprothese (künstliches Schultergelenk) durchgeführt.

Claviculafrakturen sind Schlüsselbeinbrüche und treten häufig bei Stürzen auf die Schulteraussenseite auf. Sie gehören zu den häufigsten Sportverletzungen. Begleitverletzungen von Nerven und Gefässen müssen ausgeschlossen werden.  Je nach Lokalisation, Stabilität und Schweregrad wird die Therapie   einfacher Schlinge, Rucksackverband oder einer Operation («Osteosynthese») durchgeführt.